Zahlen & Fakten

Zahlen und Fakten
Einwohner

ca. 3.100

Fläche24,14 km²
Seehöhe319 m
Entwicklung

Erst in den 50er Jahren setzte mit dem allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung eine gewaltige Änderung ein, hervorgerufen durch die einsetzende Bau- und Siedlungstätigkeit., und so kam es folglich zu einem außerordentlich starken Anwachsen der Bevölkerung. Das Anwachsen der Bevölkerung fand in den Jahren zwischen 1961 und 1981 bzw. ab 1991 bis jetzt statt. An der Altersstruktur in der Gemeinde zeigt sich, daß der weitaus überwiegende Teil der St.Florianer Bevölkerung zwischen 25 und 39 bzw. 40 und 59 Jahre alt ist. Hinsichtlich der Zu- und Abwanderungen aus bzw. in die Gemeinde ist zu bemerken, daß sich die Anzahl durchwegs in Waage hält.

 

Ortschaften

In der Gemeinde St.Florian am Inn gibt es 24 Ortschaften: Aigerding, Allerding, Badhöring, Bubing, Buch, Edt, Etzelsdorf, Gopperding, Grub, Haid, Kalchgrub, Oberhofen, Oberteufenbach, Otterbach, Pramerdorf, Pramhof, Rahaberg, Rainding, Samberg, St.Florian, Steinbach, Stocket, Unterteufenbach, Vielsassing

 

Wasserversorgung

Ein Großteil der Ortschaften in St.Florian am Inn wird über die öffentliche Wasserleitung mit Trinkwasser aus dem Gemeindegebiet Rainbach (Brunnenanlage der WDL) versorgt. 

Abwasserbeseitigung

Die Abwässer der Marktgemeinde St.Florian am Inn werden zur regionalen Kläranlage des Reinhaltungsverbandes Schärding und Umgebung nach Schärding abgeleitet.

 

Abfallbeseitigung

In der Ortschaft Grub wurde eine Bauschuttdeponie betrieben. Diese wird jedoch seit Juli 1998 nur mehr als sog. Bodenaushubdeponie weitergeführt. Die Entsorgung von kleinen Mengen an Bauschutt soll trotzdem durch Aufstellen von Bauschuttcontainern in den Altstoffsammelzentren Schärding und Taufkirchen an der Pram gewährleistet werden. Größere Mengen an Bauschutt können so wie bisher bei der Bauschutt-Recyclinganlage der Firma Schärdinger Granit Industrie AG im Schotterwerk Allerding angeliefert werden. Die Biomüllabfuhr bei den Wohnblöcken und Wohnhäusern, welche keine Möglichkeit der Selbstkompostierung haben, erfolgt durch den Landwirt Liebl in Roßbach, Gemeinde Suben. Die übrigen Haushalte betreiben Eigenkompostierung. Strauch- und Grünschnitte der Haushalte werden in Roßbach, Gemeinde Suben, auf einer bäuerlichen Kompostieranlage entsorgt.

 

Landwirtschaft

Durch die generelle Entwicklung in der Landwirtschaft, sind bestehende Vollerwerbsbetriebe in Nebenerwerbsbetriebe umgewandelt bzw. kleinere landwirtschaftliche Betriebe aufgelöst oder verpachtet worden. Bedingt durch den EU-Beitritt wird dieser Trend verstärkt fortgesetzt. Zur Zeit gibt es in der Gemeinde jeweils ca. 40 Vollerwerbsbetriebe und Nebenerwerbsbetriebe.

 

Spiel und Sportflächen

Ein Sportplatzgelände, auf dem derzeit eine Asphaltstockhalle, ein Fußballtrainingsfeld sowie 4 Tennisplätze vorhanden sind, befindet sich in der Ortschaft Pramhof. Eine weitere Sportfläche befindet sich neben der Volksschule in St.Florian am Inn. Spielplätze wurden in den vergangenen Jahren in der Ortschaft Bubing sowie bei der LAWOG Wohnanlage in St.Florian am Inn errichtet. Einer weiterer Spielplatz befindet sich in St.Florian am Inn (Spielplatz des Pfarrcaritas-Kindergartens). Die Erweiterung des Spielplatzangebotes stehen in Planung. 

 

Historische Entwicklung

Es ist auf Grund einzelner bekannter Funde wie etwa im Lindetwald aus dem 6. Jh. v.Chr. anzunehmen, daß eine Besiedlung der „Grenzecke Inn-Donau“ und im engeren Sinn des Landes bzw. Inn und Pram schon sehr früh stattgefunden hat. Zur Römerzeit war die Besiedlung unseres Gebietes wesentlich auch beeinflußt durch die Funktion als Grenzgebiet (Limes) zwischen der römischen Provinz Noricum und den Reichen der germanischen Stämme. Zur Überwachung des Truppen- und Warentransportes bestand eine Kette von Castellen und Wachtürmen, letztere auch in unserem Bereich. Eine historische Tradition läßt unsere Kirche auf römischen Fundamenten stehen (Entstehungszeit um 800), was aber vom Diözesan-Kirchenhistoriker in Abrede gestellt wird. Zu Beginn des 6. Jhs. eroberten unser Gebiet die Bajuwaren, wodurch es den Namen Bajuwaria, also Bayern erhielt. Mit ihnen breitete sich das schon bestehende Christentum (Hl. Florian gestorben 303) in der Folgezeit weiter aus. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass der Tradition gemäß die Pfarre St.Florian eine fränkische „Christianisierungspfarre“ und damit Mutterpfarre für ein großes umliegendes Gebiet gewesen ist. Damit war der Kern des heutigen Gemeinde- und Pfarrgebietes entstanden. Die durch die Vereinigung des Herzogtums Bayern mit dem fränkischen Großreich (799) erfolgte Einteilung in Gaue (unser Gebiet gehörte zum Rotachgau) verlor sich Mitte des 10. Jhs. und wurde durch eine Einteilung in Grafschaften abgelöst. Unser Gebiet gehörte zur Grafschaft Schärding, über welche die Altgrafen von Fornbach und später die Andechser geboten. Die erste gesicherte Urkundliche Erwähnung St.Florians datiert aus der Mitte des 12. Jhs. (1160) und betrifft die Kirche und einen dazugehörigen Maierhof (heute Frankenberger). Auch die heute bekannten Ortschaften St.Florians haben sich zu etwa dieser Zeit aus Edel- und Landsitzen und Zehenthöfen (z.B. Teufenbach, Vielsassing oder Rainding) entwickelt. Unsere bayrische Landeshoheit, welche 1180 bzw. endgültig 1248 mit der Übergabe unseres Gebietes an die Wittelsbacher begann, dauerte (mit wenigen Unterbrechungen wie z.B. 1357-1369) bis 1779. Die Administration erfolgte durch Pfleger, die Justiz durch Landrichter. Oftmals war Schärding und seine Umgebung Zankapfel und Schachergegenstand zwischen Bayern und den Habsburgern, wodurch Hoheits- und Besitzverhältnisse und damit Zeiten des Wohlstandes mit solchen der Not häufig wechselten. Im Frieden von Teschen nach dem „Zwetschkenrummel“ kam 1779 das Innviertel an Österreich. Die Reformen Kaiser Josefs II. führten zur (Wieder-)errichtung der Pfarre St.Florian am Inn im Jahre 1784 und zum Umbau der Michaelskapelle zum Pfarrhof (Abbruch 1984). Besonders zu leiden hatte unser Gebiet entlang der alten Reichs-, Post- und Heeresstraße (heute B 129) während der „Napoleonischen Kriege“ (1792-1815 mit Unterbrechungen). 1810 – 1816 wurde das Innviertel nochmals bayrisch, was wieder viele Neuerungen mit Sich brachte (Währung, Gerichtsbarkeit, Gebietseinteilungen, u.a.). Zwischen 1828 und 1834 erfolgte der von der Obrigkeit angeordnete Bau der „Pfarr- und Landesstraßen“. So wurde bei uns gebaut: 1832 die Straße von St.Florian über Wienering nach Rainbach, 1854 entlang der Reichsstraße eine Telegraphenleitung und 1860 bis 1861 die „Kaiserin-Elisabeth-Westbahn“ (Wels-Passau), bei der viele tausende Arbeiter beschäftigt waren und zu deren Bau die Granitindustrie in St.Florian erst richtig ins Leben gerufen wurde. Mit dem In-Kraft-Treten der neuen Verfassung von 1848 war der Grundstein gelegt für den Beginn der politischen Gemeinde St.Florian am Inn in der Bezirkshauptmannschaft Schärding im Jahre 1850. Einer der ersten Gewerbebetriebe in St.Florian am Inn (abgesehen vom alten Mühlengewerbe an der Pram) war die 1864 erbaute „Maschinenfabrik zur Erzeugung landwirtschaftlicher Geräte aus Eisen“ durch die Familie Filister, welche an der neuen Straße nach Rainbach auch ein Gasthaus erbaute. Auf Grund eines Landesgesetzes wurden die Gemeinden Suben und St.Florian am Inn 1874 zusammengelegt, aber 1883 wieder getrennt. 1877 erfolgte der Bau der Bahnlinie Attnang-Ried-Schärding und 1884 wurde die Wasserleitung von Mariental nach Schärding gebaut (welche noch heute Florianer Wasser nach Schärding liefert!). Die Bedrängnisse und Wirren des Ersten und Zweiten Weltkrieges sowie die Not in der Zwischenkriegszeit brachten auch für St.Florian eine Stagnation in der Entwicklung des Ortes und der Infrastruktur. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann allmählich ein Wandel von der bäuerlichen Struktur hin zu einer stark gewerbe- und handelsorientierten Gemeinde, nicht zuletzt durch die Nachbarschaft zur Bezirkshauptstadt, durch die Schaffung der Infrastruktur (Kanal, Wasser, Gas) für die Ansiedlung von Betrieben und für den Wohnbau durch die Gemeinde und durch die Lage nahe der A 8, der B 137 und der beiden Bahnlinien. Im Jahr 1885 zählte die Schulgemeinde St.Florian 20 Ortschaften, 190 Häuser und 1334 Einwohner. 1939 zählte die politische Gemeinde 281 Häuser und 1963 Einwohner. Heute zählt allein die Ortschaft Bubing fast 200 Häuser, das ganze Gemeindegebiet zählt zw. 850 und 900 Wohnobjekten und hat 3000 Einwohner. Noch rascher erfolgte das Anwachsen der Anzahl der Betriebe. Dies zeigt die rasche Aufwärtsentwicklung St.Florians. Der rasche Wandel in Gesellschaft und Wirtschaft sowie die veränderte Situation unserer Grenzlage durch den EU-Beitritt Österreichs wird auch in Zukunft die Gemeinde St.Florian am Inn und ihre Bewohner mit neuen Herausforderungen konfrontieren.